Warum Ratten überhaupt kommen
Ratten kommen nicht zufällig – sie suchen drei Dinge: Nahrung, Wasser und Unterschlupf. Wer diese drei Faktoren konsequent eliminiert, macht sein Gebäude für Ratten dauerhaft unattraktiv. Die folgenden 10 Tipps adressieren genau diese Grundbedürfnisse.
Tipp 1: Kompost richtig anlegen
Offene Komposthaufen sind eine der häufigsten Ursachen für Rattenbefall in Gärten. Verwenden Sie geschlossene Kompostbehälter aus Hartkunststoff oder Metall mit einem engmaschigen Boden (Maschengröße max. 6 mm), der in die Erde eingelassen ist. Kompostieren Sie keine gekochten Speisereste, Fleisch oder Milchprodukte – diese locken Ratten besonders stark an.
Tipp 2: Mülltonnen dauerhaft sichern
Mülltonnen müssen immer geschlossen bleiben. Investieren Sie in Tonnen mit verriegelbarem Deckel. Stellen Sie Mülltonnen auf Beton oder Pflaster – nicht auf Erde, da Ratten darunter graben. Reinigen Sie Tonnen regelmäßig mit Desinfektionsmittel, um Gerüche zu minimieren.
Tipp 3: Gebäudehülle systematisch abdichten
Ratten gelangen durch Öffnungen ab 2 cm Durchmesser ins Gebäude. Prüfen Sie regelmäßig:
- Rohrdurchführungen in Keller und Außenwänden
- Lüftungsöffnungen (mit engmaschigem Metallgitter sichern)
- Risse und Fugen in der Kellerwand
- Den Anschluss zwischen Türen und Boden (max. 6 mm Spalt)
- Öffnungen um Versorgungsleitungen
Verwenden Sie zum Verschließen: Mörtel, Edelstahlwolle oder Metallbleche – kein Holz oder Gips, da Ratten diese Materialien nagen.
Tipp 4: Gartengestaltung rattensicher machen
Dichte Bodendecker, Efeuhecken und unaufgeräumte Ecken bieten Ratten idealen Unterschlupf. Halten Sie einen Freiraum von mindestens 50 cm zwischen Gebäudewand und Bepflanzung. Entfernen Sie Reisighaufen, alte Paletten und Trümmer, die als Versteck dienen könnten. Kurz geschnittener Rasen macht Ratten sichtbarer für natürliche Feinde.
Tipp 5: Leitungsmanschetten und Kanalabdichtungen
Ratten nutzen häufig das Kanalsystem, um in Gebäude einzudringen. Lassen Sie Rückstauklappen in Abflüssen einbauen und prüfen Sie Kanaldeckel auf Beschädigungen. Spezielle Rattenklappen (Rückstauklappen für Abwasserleitungen) verhindern, dass Ratten aus der Kanalisation in Ihr Gebäude gelangen.
Tipp 6: Holzlager und Geräteschuppen
Holzstapel direkt auf dem Boden sind bevorzugte Rattenverstecke. Lagern Sie Holz mindestens 40–50 cm erhöht auf einer befestigten Fläche und halten Sie ausreichend Abstand zur Gebäudewand. Geräteschuppen sollten keine Bodenöffnungen haben – sichern Sie Türen und Böden entsprechend.
Tipp 7: Tierfutter sicher lagern
Tierfutter – ob für Hunde, Katzen, Kaninchen oder Hühner – ist eine der stärksten Attraktionen für Ratten. Lagern Sie Tierfutter ausschließlich in luftdicht verschlossenen Metallbehältern. Lassen Sie kein Futter über Nacht draußen stehen und reinigen Sie Futternäpfe täglich. Hühnerhaltung ist ein besonderer Risikofaktor – das Gehege muss rundum mit Drahtgeflecht gesichert sein, auch am Boden.
Tipp 8: Fallen Wasserquellen
Ratten brauchen täglich Wasser. Beseitigen Sie stehende Wasserpfützen, reparieren Sie tropfende Außenleitungen und leeren Sie Gartenbehälter nach Regenfällen. Gartenteiche sind attraktiv für Ratten – sichern Sie das Umfeld mit einem glatten Metallblech-Zaun, den Ratten nicht erklettern können.
Tipp 9: Vogelfütterung überdenken
Bodennah heruntergefallenes Vogelfutter ist eine der häufig unterschätzten Rattenfallen. Verwenden Sie Vogelfutterhäuser mit glattem Metallmast, die Ratten nicht erklimmen können. Hängen Sie Futterhäuschen an dünnen Drahtseilen auf und kehren Sie regelmäßig Körner vom Boden auf.
Tipp 10: Regelmäßige Kontrolle und frühes Handeln
Prüfen Sie gefährdete Bereiche Ihres Grundstücks mindestens zweimal jährlich systematisch: Keller, Kriechkeller, Schächte, Kompost und Geräteschuppen. Im Herbst, wenn Ratten wärmere Quartiere suchen, ist besondere Wachsamkeit gefragt. Wer die ersten Zeichen eines Befalls früh erkennt, kann mit deutlich geringerem Aufwand reagieren.
Wann professionelle Beratung sinnvoll ist
Wenn Sie in einer Gegend wohnen, die besonders rattengefährdet ist (Nähe zu Feldern, Kanälen, Gastronomie-Ballungsräumen), lohnt sich ein präventiver Beratungstermin durch einen Kammerjäger. Professionelle Fachleute können Ihre Immobilie systematisch auf Schwachstellen prüfen und strukturelle Maßnahmen empfehlen, die Sie selbst vielleicht nicht identifizieren würden.